Der Schulbezirk der Stapenhorstschule umfasst den "Alten Bielefelder Westen", das Gebiet zwischen Schmiedestraße, Wittekindstraße, Dornberger Straße. und Alfred-Bozi-Straße; die Bielefelder Altstadt gehört auch dazu. Damit ist die Stapenhorstschule eine der fünf Bielefelder Innenstadt - Grundschulen.
Der Schulbezirk ist gekennzeichnet durch viel Straßenverkehr, eine dichte Bebauung und wenig Frei- und Spielflächen aber auch durch die zentrale Lage und die sehr gute verkehrsmäßige Anbindung, die unterschiedlichste öffentliche Einrichtungen sehr gut erreicht macht.
In die Stapenhorstschule gehen Kinder unterschiedlichster sozialer Herkunft: In den Regelklassen werden neben den deutschen Schülerinnen und Schülern auch Kinder aus europäischen und außereuropäischen Ländern unterrichtet. Die türkischen Schülerinnen und Schüler bilden dabei die größte Gruppe der ausländischen Kinder. Eine größere Zahl Schülerinnen und Schüler sind inzwischen eingebürgert. Der Schulbezirk der Stapenhorstschule ist seit dem Bau der S-Bahn-Linie 4 mit der Haltestelle "Siegfriedplatz" durch eine soziale Umschichtung gekennzeichnet: Rückgang der ausländischen Schülerinnen und Schüler und Zuwachs von Familien der Mittelschicht.
Als im Herbst 1945 der Unterricht im beschränktem Maße wieder aufgenommen wurde, mussten die Kinder der Sudbrackschule mit den Kindern der Kamphofschule ihr Gebäude teilen, während die Schüler der Wittekindschule in der Gutenbergschule ein Unterkommen fanden. Die Wittekindschule bestand bis Ostern 1947 im Gebäude der Gutenbergschule als selbständige Schule. Am 24.10.1951 beschloss der Rat der Stadt in seiner Sitzung den in der Bosseschule untergebrachten Teil der Gutenbergs-chule mit Wirkung vom 1. Oktober 1951 als selbständige Schule einzurichten. Sie erhielt den Namen Stapenhorstschule.
Am 11.9.1952 richtete die Elternpflegschaft der Stapenhorstschule eine Eingabe an den Rat der Stadt, in der sie ihren Anspruch auf das im Wiederaufbau befindliche Gebäude der ehemaligen Wittekindschule geltend machte. Mit Schreiben vom 22.09.1952 wies der amtierende Oberbürgermeister Ladebeck darauf hin, dass nach der Stadtplanung die Stapenhorstschule ihr eigenes Gebäude im Zusammenhang mit dem Neubau der Pädagogischen Akademie in der Nähe der Oetkerhalle erhalten sollte. Die Elternpflegschaft richtete am 28.12.1952 eine erneute Eingabe an den Rat der Stadt Bielefeld, in der sie noch einmal darum bat, der Stapenhorstchule das wiederaufgebaute Gebäude der ehemaligen Wittekindschule zuzuweisen.
Im Jahr 1953 fand der gesamte Unterricht für die 14 Klassen in der Bosse-Realschule in 12 Klassenräumen statt, die im Wechsel halbtägig zur Verfügung standen. Die Turnhalle stand nur stundenweise zur Verfügung, es bedurfte langer und schwieriger Verhandlungen um diese Räume der Stapenhorstschule zu sichern.
Dankbar begrüßten Kinder, Eltern und Lehrkräfte den Beschluss des Schulausschusses und des Rates der Stadt Bielefeld vom 5. und 28.10.1953 durch die der Stapenhorstschule das neue Schulgebäude in der Siechenmarschstraße zugewiesen wurde. Am 16.11.1953 führte die Stapenhorstschule den Umzug in das neue Schulgebäude durch. Am 17.11. wurde bereits mit dem Unterricht begonnen; obwohl noch nicht alle Räume mit dem notwendigen Inventar versehen waren.
Im März 1954 wurde ein Verein zur Förderung des Schullandheimgedankens von den Eltern der Stapenhorstschule gegründet und die Trennung vom Inselverein der Gutenbergschule beschlossen. Der Unterricht sämtlicher Klassen fand im Schuljahr 1957/58 nur am Vormittag statt. Am 17. Juli 1961 führte die Stapenhorstschule erstmalig auf dem Bollbrinker-Sportplatz für die Klassen 3-8 ein gemeinsames Sportfest durch. Im Schuljahr 1966/67 erhielten alle Kinder erstmalig unentgeltlich die wichtigsten Lehrmittel auf Kosten des Landes NW.
Im Schuljahr 1968/69 wurde die Stapenhorstschule zur Grundschule. Sie behielt ihren alten Schulbezirk und bekam Teile des Bezirks der ehemaligen Gutenbergschule dazu. Deswegen konnte der Unterricht nicht nur im Gebäude der Stapenhorstschule stattfinden. Zwei Anfängerklassen und je ein 2., 3. u. 4. Schuljahr wurden von vier Lehrpersonen in 4 Klassenräumen der Gutenbergschule unterrichtet. Während des Schuljahres 71/72 wurde die Bültmannshofschule neu errichtet und nahm am 10.1.1972 ihren Unterricht auf. Da der Schulbezirk der Stapenhorstschule verkleinert wurde, konnten 3 Klassen mit ihren Lehrerinnen an die Bültmannshofschule abgegeben werden. Im Schuljahr 1976/77 wurde der Schulbezirk in Richtung Bültmannshofschule so geändert, dass zum 1.7.1977 etwa 20 Kinder weniger an der Stapenhorstschule eingeschult wurden.
In diesem Schuljahr wurde versucht eine partielle 5-Tage-Woche durchzuführen, d. h. dass jeder 2. und 4. Samstag unterrichtsfrei war. Für die Klassen 1 wurde in diesem Schuljahr zum 1. Mal Zeugnisse ohne Noten ausgeteilt. Im Schuljahr 1977/78 wurde die partielle 5-Tage-Woche beibehalten. Am 10.6.1978 feierte die Schule mit einem Schulfest das 25-jährige Bestehen der Stapenhorstschule. Auch für das 2. Schuljahr gab es in diesem Jahr Zeugnisse, die keine Noten mehr enthielten.
Die Schulkonferenz richtete am 25.08.1980 an den Regierungspräsidenten einen Antrag auf vollständige Umgestaltung des Schulhofes in eine kindgerechte Anlage und auf die Verlegung des Lehrerparkplatzes. Im Schuljahr 1981/82 wird berichtet, dass 78 ausländische Schüler unterrichtet werden.
Am 20.10.1983 brach im Heizungskeller unserer Schule, wohl durch unvorschriftsmäßig fortgeworfene Zigarettenasche, am Nachmittag gegen 17 Uhr ein Feuer aus. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich Schüler und Betreuer des Kinderschutzbundes im Gebäude auf. Noch bevor die Feuerwehr eintraf, hatten die aufsichtsführenden Personen der Hausaufgabenhilfe die Kinder in Sicherheit gebracht. Die Brand- und Rauchschäden (zerschmolzenes Plastik) erforderten eine Spezialreinigung. Aus diesem Grund musste der Unterricht vom 24.10. bis 28.10.1983 in die Bültmannshofschule verlegt werden. Die Schüler wurden mit Bussen in unsere Nachbarschule gebracht und abgeholt. Teilweise erfolgte der Unterricht am Nachmittag.
Im Schuljahr 1987/88 die sank die Schülerzahl auf 113. Zum 15.10. waren allerdings 165 Schüler zu melden. Zum ersten Mal führten wir in diesem Schuljahr eine Projektwoche durch. Jenseits des eingefahrenen Stundenplanes wurde eine Woche lang an neun von Schülern vorgeschlagenen Projekten in Gruppen gearbeitet. In diesem Schuljahr wird eine neue Pausenordnung eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler dürfen frei entscheiden, ob sie während der Pause auf dem Schulhof oder in den Klassenräumen bleiben wollen. Im Gymnastikraum wurden in diesem Schuljahr bauliche Veränderungen vorgenommen: Abriss des Zwischenraumes in der Turnhalle, ehemaliger Filmraum wurde Geräteraum, Sicherheitsglas für die Fenster, Türen und Fensternischen wurden bündig abgeschlossen.
Am 14.11.1988 wurde an unserer Schule die erste Auffangklasse für spätausge-siedelte Kinder aus Rußland und Polen gebildet. Durch den Neuzugang einer Lehrkraft konnte im Laufe des erweiterten Schuljahres eine 2. Klasse für Aussiedlerkinder gebildet werden.
Mit Beginn des 2. Halbjahres 91/92 nahmen wir Begegnungen mit Fremdsprachen in unser Schulprogramm auf. Das Lehrerkollegium entschied sich zunächst, Englisch als Begegnungssprache einzuführen.
Ab 1.8. 1993 gibt es das Betreuungsangebot „Stapenhörstchen“ in den Räumen der Großen-Kurfürsten-Str. 53. Der Förderverein plant im Sommer Flohmärkte zu veranstalten. Mit der Standmiete soll die Finanzierung des Fördervereins verbessert werden.
In einer Dienstbesprechung am 26.1.1996 geht es um das Modell „Integrierte Eingangsstufe!“, das von der Landesregierung entwickelt wurde.
Im September wird beschlossen, dass im Obergeschoss eine Schulbibliothek eingerichtet werden soll. In diesem Schuljahr wird der Radfahrlehrgang zum ersten Mal in der Verkehrswirklichkeit durchgeführt. Gleichzeitig wird eine Fahrrad - AG gegründet in der die radfahrunsicheren Kinder des 3. Jahrgangs trainiert werden sollen.
Zum ersten Mal erhalten die Eltern einen Fragebogen, in dem eine Bewertung der Stapenhorstschule vorgenommen werden soll; die Schülerinnen und Schüler in den 3. Klassen werden auch um eine Bewertung gebeten. Beschlossen wird, im 2 - Jahres - Rhythmus das Projekt „ Mein Körper gehört mir“ mit den Schülerinnen und Schülern des 3. und 4. Jahrgangs durchzuführen.




